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Online & Recht

Mehr passende Anfragen statt Preisvergleich: so filtert Ihre Website vor

Viele Handwerksbetriebe haben nicht zu wenige Anfragen, sondern die falschen: Preisvergleicher, die fünf Angebote einholen, Kleinstaufträge am anderen Ende des Bezirks, E-Mails mit dem Satz „Was kostet ein Bad?“. Dieser Ratgeber zeigt, wie Ihre Website mehr Anfragen bringt, die zu Ihrem Betrieb passen, und weniger, die nur Zeit kosten.

8 Min. LesezeitStand: November 2026

Für:Alle Gewerke
Lächelnder Mann telefoniert zu Hause mit dem Smartphone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die beste Anfrage enthält Ort, Art der Arbeit, Zeitraum und Fotos. Ein gutes Formular fragt genau das ab, nicht mehr.
  • Bieten Sie mehrere Wege an: Telefon, Rückrufwunsch, Formular und, wenn Sie es betreuen können, WhatsApp.
  • Ein ehrlicher Preisrahmen schreckt die Falschen ab und überzeugt die Richtigen.
  • Einsatzgebiet, Mindestauftrag und Ablauf klar zu nennen, ist der wirksamste Filter.
  • Schnelle Antwort gewinnt: Wer sich innerhalb eines Werktags kompetent meldet, bekommt oft den Auftrag.
  • Plattformen bringen Kontakte gegen Gebühr. Die eigene Website bringt Anfragen, die schon Sie meinen.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung. Vorschriften ändern sich: Prüfen Sie Details bei Ihrer Wirtschafts- oder Handwerkskammer, Ihrer Innung oder Ihrer Steuerberatung.

Warum „mehr Anfragen“ allein nichts bringt

Rechnen Sie einmal nach: Jede Anfrage kostet Zeit. Lesen, zurückrufen, nachfragen, vielleicht eine Besichtigung mit Anfahrt, dann ein Kostenvoranschlag, der eine Stunde oder mehr im Büro bindet. Wenn nur jede fünfte Anfrage zum Auftrag wird, haben Sie vier Mal umsonst gearbeitet. Das Ziel ist deshalb nicht die maximale Zahl an Anfragen, sondern eine hohe Trefferquote: Anfragen aus Ihrem Gebiet, für Leistungen, die Sie gern machen, von Kund:innen, die Qualität bezahlen wollen.

Die Website ist dafür das beste Werkzeug, weil sie vor dem ersten Kontakt arbeitet. Was dort steht, entscheidet, wer anruft und wer nicht.

Das Anfrageformular mit Fotos

Ein Foto vom alten Heizkessel mit Typenschild, vom feuchten Fleck an der Kellerwand oder vom Kratzer im Lack sagt Ihnen in Sekunden, ob die Anfrage passt, was Sie mitnehmen müssen und ob eine Besichtigung nötig ist. Das spart einer Installateurin vielleicht zwei Anfahrten pro Woche. Ein gutes Formular sieht so aus:

Felder eines Anfrageformulars für Handwerksbetriebe
FeldPflicht?Warum
NamejaFür die Ansprache
Telefon oder E-Maileines von beidenDamit Sie antworten können, ohne zwei Pflichtfelder
Postleitzahl oder OrtjaSofort sehen, ob es im Einsatzgebiet liegt
Art der Arbeit (Auswahl)jaZum Beispiel „Badsanierung“, „Reparatur“, „Wartung“, „Neubau“
Gewünschter Zeitraumnein„So bald wie möglich“, „in 1–3 Monaten“, „nur Information“
BeschreibungneinEin paar Sätze reichen, mit Beispieltext im Feld
Fotos (1–5)nein, aber erbetenDirekt mit der Handykamera aufnehmen

Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen. Fragen Sie deshalb nicht nach Baujahr, Quadratmetern und Budget in einem Zug. Das klären Sie im Rückruf. Wichtig für den Datenschutz: Erwähnen Sie das Formular in der Datenschutzerklärung, verwenden Sie die Daten nur für die Anfrage und löschen Sie Fotos, wenn kein Auftrag daraus wird.

Telefon, Rückruf und WhatsApp

Nicht jede Kundin will ein Formular ausfüllen. Ältere Kund:innen rufen lieber an, Jüngere schicken lieber eine Nachricht. Bieten Sie mehrere Wege an, aber nur so viele, wie Sie zuverlässig betreuen können.

  • Telefon: anklickbar auf jeder Seite. Sagen Sie, wann jemand abhebt. Eine Mailbox mit freundlicher Ansage und Rückrufversprechen ist besser als ein Telefon, das ins Leere läutet.
  • Rückrufwunsch: Ein Mini-Formular mit Name, Nummer und Zeitfenster („vormittags“, „nach 17 Uhr“). Ideal, wenn Sie tagsüber auf der Baustelle stehen.
  • WhatsApp Business: Kund:innen schicken Fotos so, wie sie es gewohnt sind. Nutzen Sie ein eigenes Firmenhandy oder eine eigene Nummer, damit private und berufliche Kontakte getrennt bleiben, und nennen Sie WhatsApp in der Datenschutzerklärung. Die App gleicht Kontakte aus dem Adressbuch mit Meta ab, deshalb sollten auf diesem Gerät keine privaten Kontakte liegen.
  • E-Mail: als Ausweichweg, mit einer Adresse Ihrer eigenen Domain statt einer Freemail-Adresse.
Frau telefoniert am Schreibtisch, vor ihr ein aufgeklappter Laptop
Wer im Büro oder am Abend gebündelt zurückruft, wirkt verlässlicher als jemand, der auf der Baustelle zwischendurch abhebt.

Preisrahmen nennen: der stärkste Filter

Viele Betriebe scheuen sich, Preise auf die Website zu schreiben: Jede Baustelle ist anders. Das stimmt, aber ein Rahmen hilft allen. Wer liest „Eine Komplettsanierung eines Bades mit 6 bis 8 m² kostet bei uns je nach Ausstattung meist zwischen … und … Euro“, weiß, ob er richtig ist. Wer nur 2.000 Euro ausgeben will, ruft nicht an. Wer anruft, hat die Zahl schon akzeptiert.

  • Typische Projekte mit Preisrahmen: „Wallbox inklusive Montage und Anmeldung ab rund …“, „Innenanstrich einer 70-m²-Wohnung meist …“.
  • Was den Preis treibt: Zugänglichkeit, Altbau, Materialwahl, Entsorgung, Gerüst.
  • Kostenvoranschlag: Sagen Sie vorher, ob er etwas kostet. In Österreich muss ein Verbraucher für einen Kostenvoranschlag nur zahlen, wenn er vorher auf die Zahlungspflicht hingewiesen wurde (§ 5 KSchG). In Deutschland ist ein Kostenanschlag im Zweifel nicht zu vergüten (§ 632 Abs. 3 BGB). Ein „Ab-Preis“ oder eine Anrechnung auf den Auftrag ist ein fairer Mittelweg.

Einsatzgebiet, Mindestauftrag und Ablauf

Neben dem Preis filtern drei weitere Angaben besonders wirksam. Das Einsatzgebiet als Liste von Orten oder Bezirken, mit dem Hinweis, ob und ab wo eine Anfahrtspauschale anfällt. Ein Mindestauftrag oder eine klare Aussage zu Kleinaufträgen („Kleinreparaturen nur für Wartungskund:innen“). Und eine Beschreibung Ihres Ablaufs, damit Kund:innen wissen, was auf sie zukommt.

  1. 1

    Anfrage mit Fotos

    Sie schicken uns Fotos und eine kurze Beschreibung über das Formular oder per WhatsApp.

  2. 2

    Rückruf innerhalb eines Werktags

    Wir klären die wichtigsten Fragen am Telefon und sagen Ihnen, ob wir helfen können.

  3. 3

    Besichtigung und Aufmaß

    Bei größeren Projekten kommen wir vorbei, messen auf und besprechen Varianten.

  4. 4

    Schriftliches Angebot

    Sie bekommen ein nachvollziehbares Angebot mit Positionen und Terminvorschlag.

  5. 5

    Ausführung und Abnahme

    Wir arbeiten zum vereinbarten Termin, räumen auf und gehen das Ergebnis mit Ihnen gemeinsam durch.

So ein Ablauf auf der Website wirkt professionell, und er beantwortet nebenbei die Frage, warum Sie nicht gleich am Telefon einen Pauschalpreis nennen.

Reaktionszeit: der unterschätzte Faktor

Wer drei Betriebe anschreibt, beauftragt oft den, der sich zuerst meldet und dabei kompetent wirkt. Eine automatische Eingangsbestätigung mit einem realistischen Versprechen („Wir melden uns bis morgen Mittag“) nimmt den Druck. Danach zählt, dass Sie das Versprechen halten. Feste Zeiten helfen: zum Beispiel jeden Tag um 7 Uhr und um 16:30 Uhr die Anfragen durchgehen. Und wenn Sie ausgebucht sind, sagen Sie das ehrlich, mit dem nächsten freien Zeitraum. Auch das spart Ihnen Anrufe.

Vertrauen vor dem ersten Kontakt

Preisvergleicher vergleichen Preise, weil sie sonst nichts vergleichen können. Geben Sie Kund:innen andere Gründe: echte Referenzprojekte mit Fotos aus der Region, Google-Bewertungen, Gesichter Ihres Teams, Meisterbrief und Erfahrung, Garantien, die Sie wirklich geben. Wie Sie dazu kommen, beschreibt der Ratgeber Referenzen und Bewertungen.

Plattformen oder eigene Website?

Vermittlungsplattformen wie MyHammer, Check24 Profis oder Blauarbeit bringen Kontakte zu Kund:innen, die gerade einen Betrieb suchen. Dafür zahlen Sie in der Regel, je nach Plattform und Modell als Abo, pro Kontakt oder als Provision. Die Konditionen ändern sich immer wieder, prüfen Sie deshalb die aktuellen Bedingungen.

Vermittlungsplattform und eigene Website im Vergleich
PlattformEigene Website
KostenLaufend, pro Kontakt, Auftrag oder als AboEinmalige Erstellung plus Hosting
WettbewerbMehrere Betriebe bewerben sich auf dieselbe AnfrageKund:innen haben sich schon für Sie interessiert
PreisdruckHoch, Vergleich steht im VordergrundGeringer, Referenzen und Bewertungen wirken
BewertungenGehören zur PlattformGoogle-Bewertungen bleiben Ihre
AnlaufzeitSofort KontakteEinige Wochen bis Monate, bis Google Sie gut findet
Gut geeignetZum Start, für Lücken im KalenderFür den dauerhaften Kundenstamm

Für einen frisch gegründeten Betrieb kann eine Plattform helfen, die ersten Aufträge zu bekommen. Langfristig sollten die meisten Anfragen über die eigene Website, das Google-Profil und Empfehlungen kommen. Wie Sie lokal gefunden werden, erklärt der Ratgeber Lokales SEO für Handwerker.

So machen Sie es richtig

  • Formular mit Postleitzahl und Foto-Upload
  • Preisrahmen für typische Projekte nennen
  • Ablauf in vier bis fünf Schritten zeigen
  • Innerhalb eines Werktags antworten
  • Ausgebucht? Ehrlich sagen, mit nächstem Termin

Lieber nicht

  • „Preis auf Anfrage“ bei jeder Leistung
  • Formulare mit zehn Pflichtfeldern
  • WhatsApp auf dem privaten Handy mit privaten Kontakten
  • Anfragen tagelang unbeantwortet lassen
  • Leistungen anbieten, die Sie eigentlich nicht machen wollen

In einer Woche umsetzbar

  • Formularfelder auf das Nötigste reduzieren, Foto-Upload ergänzen
  • Einsatzgebiet und Anfahrtspauschale auf die Website schreiben
  • Für drei typische Projekte einen ehrlichen Preisrahmen formulieren
  • Ablauf vom ersten Kontakt bis zur Abnahme beschreiben
  • Automatische Eingangsbestätigung mit Rückmeldezeit einrichten
  • Feste Zeiten zum Abarbeiten der Anfragen im Kalender eintragen

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Quellen

Kurz beantwortet

Fragen zu diesem Thema

Wie bekomme ich als Handwerker mehr Aufträge über das Internet?

Mit einem gepflegten Google-Unternehmensprofil, regelmäßigen Bewertungen und einer Website, die Leistungen, Einsatzgebiet, Referenzen und einen einfachen Anfrageweg zeigt. Wichtig ist, schnell zu antworten: Oft bekommt den Auftrag, wer sich zuerst kompetent meldet.

Soll ich Preise auf meine Handwerker-Website schreiben?

Ein Preisrahmen für typische Projekte ist sinnvoll, auch wenn jede Baustelle anders ist. Er filtert Anfragen, die nicht zu Ihnen passen. Wenn Sie konkrete Preise gegenüber Verbraucher:innen nennen, müssen diese den Preisangabe-Regeln entsprechen.

Darf ich WhatsApp Business für Kundenanfragen nutzen?

Viele Betriebe tun das. Achten Sie auf Datenschutz: eigenes Firmengerät oder eigene Nummer, keine privaten Kontakte im Adressbuch, Hinweis in der Datenschutzerklärung und keine sensiblen Daten über WhatsApp austauschen.

Muss ich für einen Kostenvoranschlag Geld verlangen?

Sie dürfen, müssen aber vorher darauf hinweisen. In Österreich zahlt ein Verbraucher nur, wenn er vorher auf die Zahlungspflicht hingewiesen wurde; in Deutschland ist ein Kostenanschlag im Zweifel kostenlos. Klare Regeln auf der Website vermeiden Streit.

Lohnen sich MyHammer, Check24 Profis und ähnliche Plattformen?

Für den Start oder zum Füllen von Lücken kann sich das lohnen. Sie zahlen aber laufend, konkurrieren mit anderen Betrieben um dieselbe Anfrage und die Bewertungen gehören der Plattform. Langfristig sind eigene Website und Google-Profil meist günstiger.

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