Das Wichtigste in Kürze
- Vorher-nachher-Fotos aus demselben Blickwinkel überzeugen mehr als jede Beschreibung. Das Handy reicht, wenn Licht und Ordnung stimmen.
- Für Fotos von Wohnungen, Häusern oder Personen Ihrer Kund:innen holen Sie eine schriftliche Einwilligung ein, am besten schon mit dem Auftrag.
- Fragen Sie alle Kund:innen nach der Abnahme um eine Google-Bewertung, mit QR-Code auf Rechnung oder Arbeitsbericht.
- Keine Gegenleistung für Bewertungen, kein Aussortieren kritischer Kund:innen: Das verbieten Google und das Wettbewerbsrecht.
- Auf Kritik antworten Sie sachlich und kurz. Ihre Antwort lesen vor allem künftige Kund:innen.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung. Vorschriften ändern sich: Prüfen Sie Details bei Ihrer Wirtschafts- oder Handwerkskammer, Ihrer Innung oder Ihrer Steuerberatung.
Warum Referenzen mehr verkaufen als Werbetexte
Kund:innen können die Qualität eines Handwerksbetriebs vor dem Auftrag kaum beurteilen. Sie sehen nicht, wie sauber eine Leitung verlegt ist oder ob die Abdichtung unter den Fliesen hält. Sie sehen aber Fotos fertiger Arbeit, und sie lesen, was andere über Sie schreiben. Genau deshalb sind Referenzen und Bewertungen die wichtigsten Inhalte Ihrer Website und Ihres Google-Profils. „Höchste Qualität“ schreibt jeder. Ein Foto einer perfekt gefliesten Dusche schreibt das niemand nach.
Projektfotos mit dem Handy
Sie brauchen keinen Fotografen für jede Baustelle. Ein aktuelles Smartphone macht ausreichend gute Bilder, wenn Sie ein paar Regeln beachten. Am wichtigsten: Machen Sie das Vorher-Foto, bevor Sie anfangen. Das vergisst man am leichtesten, und ohne Vorher-Bild ist das Nachher-Bild nur halb so stark.
Vorher-Foto am ersten Tag
Bevor das erste Werkzeug ausgepackt ist. Merken Sie sich den Standort, zum Beispiel „aus der Tür heraus, Kamera auf Brusthöhe“.
Zwischenschritte festhalten
Gerade bei Arbeiten, die später unsichtbar sind: Leitungen vor dem Verputzen, Abdichtung vor dem Fliesen, Dachlattung vor der Eindeckung. Das zeigt Sorgfalt.
Aufräumen vor dem Nachher-Foto
Werkzeug, Kartons, Kabeltrommel und Kübel raus. Fenster putzen, Licht einschalten.
Nachher aus demselben Blickwinkel
Gleicher Standort, gleiche Höhe, quer fotografiert. Dazu ein, zwei Detailaufnahmen: Fugenbild, Kantenverarbeitung, Anschluss.
Auswählen und beschriften
Drei bis fünf gute Bilder pro Projekt reichen. Kurzer Text: Aufgabe, Lösung, Dauer, grober Ort.
- Licht: Tageslicht von der Seite oder hinter Ihnen, nie direkt gegen das Fenster fotografieren.
- Gerade halten: Gitterlinien in der Kamera-App einschalten. Schiefe Wände auf Fotos wirken bei Handwerkern besonders unglücklich.
- Weitwinkel sparsam: Die 0,5-fach-Linse verzerrt kleine Bäder. Lieber einen Schritt zurück, wenn es geht.
- Keine Filter: Farben sollen echt wirken, gerade bei Malerarbeiten und Holzoberflächen.
- Persönliches raus: Familienfotos, Post mit Adresse, Kfz-Kennzeichen und Hausnummern gehören nicht ins Bild.

Einwilligung der Kund:innen
Fotos von Wohnungen und Häusern Ihrer Kund:innen sind nicht automatisch Ihr Werbematerial. Sobald jemand erkennbar ist, eine Hausnummer oder ein Kennzeichen zu sehen ist oder sich das Objekt einer Person zuordnen lässt, handelt es sich um personenbezogene Daten nach der DSGVO. Für Bilder von Personen gelten zusätzlich das Recht am eigenen Bild (in Deutschland § 22 KUG, in Österreich der Bildnisschutz nach § 78 UrhG). Der sichere Weg ist in beiden Ländern derselbe: Fragen Sie vorher und lassen Sie es sich schriftlich geben.
Nennen Sie den Ort nur grob: „Einfamilienhaus in Schwaz“ statt Straße und Hausnummer. Viele Kund:innen sagen gern Ja, wenn sie wissen, dass niemand ihr Haus erkennt. Wer stolz auf seine neue Küche ist, sagt oft sogar: „Schreiben Sie ruhig meinen Vornamen dazu.“
Die Referenzseite aufbauen
Eine gute Referenzseite ist nach Leistungen sortiert, damit eine Kundin, die ein neues Bad plant, nicht durch 30 Fassaden scrollen muss. Jedes Projekt bekommt einen sprechenden Titel, zwei, drei Sätze und die Bilder. Zeigen Sie lieber acht gute Projekte als 40 mittelmäßige, und tauschen Sie alte Projekte nach und nach gegen neue aus.
| Element | Beispiel |
|---|---|
| Titel | Dachsanierung eines Bauernhauses mit Gaupe |
| Ort (grob) | Gemeinde im Bezirk Rosenheim |
| Aufgabe | Undichtes Dach, alte Eindeckung, Dachgeschoss soll bewohnbar werden |
| Lösung | Neue Eindeckung mit Tondachziegeln, Aufsparrendämmung, Gaupe mit Titanzink verkleidet |
| Dauer | Drei Wochen, bewohnt während der Arbeiten |
| Fotos | Vorher, Dämmung im Bau, Nachher Gesamtansicht, Detail Gaupe |
Dieselben Fotos verwenden Sie im Google-Profil. Wo Referenzen auf der Website hingehören und was sonst noch drauf muss, beschreibt der Ratgeber Was auf eine Handwerker-Website gehört.
Bewertungen nach dem Auftrag
Die meisten zufriedenen Kund:innen würden eine Bewertung schreiben, sie denken nur nicht daran. Unzufriedene dagegen tun es von sich aus. Wer nicht aktiv fragt, hat deshalb oft schlechtere Bewertungen, als er verdient. Machen Sie die Bitte um eine Bewertung zu einem festen Teil Ihres Ablaufs, genauso wie Abnahme und Rechnung.
- Bei der Abnahme fragen: „Sind Sie zufrieden? Dann würde uns eine kurze Google-Bewertung sehr helfen.“ Persönlich wirkt es am stärksten.
- QR-Code auf die Rechnung: Mit dem Handy scannen, Sterne vergeben, fertig. Einen Code, der direkt zum Bewertungsformular führt, erstellen Sie mit dem Bewertungs-QR-Code-Generator.
- Erinnerung nach einigen Tagen: Eine kurze Nachricht mit dem Link, wenn die Rechnung bezahlt ist.
- Auf Visitenkarte und Firmenbus: Der QR-Code funktioniert überall, wo Kund:innen Sie sehen. Visitenkarten mit Code erstellt der Visitenkarten-Generator.
Ihr QR-Code für Google-Bewertungen
Kostenlos erstellen und auf Rechnung, Arbeitsbericht oder Visitenkarte drucken. Ihre Kund:innen landen direkt beim Bewertungsformular.
So machen Sie es richtig
- Alle Kund:innen fragen, auch die, bei denen es geholpert hat
- Direkt nach der Abnahme fragen, solange die Freude frisch ist
- Jede Bewertung beantworten
- Auf der Website angeben, ob und wie Sie Bewertungen prüfen
Lieber nicht
- Rabatt, Gutschein oder Geschenk für eine Bewertung
- Erst intern nach Zufriedenheit fragen und nur Zufriedene zu Google schicken
- Bewertungen von Familie, Freund:innen oder dem eigenen Team
- Positive Bewertungen kaufen oder eigene Texte vorgeben
Die Google-Richtlinien verbieten Gegenleistungen für Bewertungen und das gezielte Einholen nur positiver Rezensionen. Gekaufte oder gefälschte Bewertungen sind außerdem in Österreich und Deutschland wettbewerbswidrig. Wenn Sie Bewertungen auf Ihrer eigenen Website zeigen, müssen Sie angeben, ob und wie Sie sicherstellen, dass sie von echten Kund:innen stammen. Details in den Ratgebern zu Werbung und Bewertungen für Österreich und Deutschland.
Auf Kritik antworten
Früher oder später kommt eine schlechte Bewertung. Manchmal zu Recht, weil ein Termin geplatzt ist, manchmal unfair. Antworten Sie nicht am selben Abend im Ärger. Schlafen Sie eine Nacht darüber und schreiben Sie dann eine kurze, sachliche Antwort. Sie schreiben sie nicht für die verärgerte Person, sondern für die nächsten hundert Leser:innen, die entscheiden, ob sie Sie anrufen.
| Kritik | Gute Antwort (gekürzt) |
|---|---|
| „Kam zwei Stunden zu spät, ohne Bescheid.“ | „Das tut uns leid. Ein Notfall hat den Plan durcheinandergebracht, Sie hätten trotzdem eine Nachricht verdient. Wir haben das intern besprochen. Ihr Michael Leitner“ |
| „Viel zu teuer für eine kleine Reparatur.“ | „Danke für Ihre Rückmeldung. Unser Einsatz umfasst Anfahrt, Material und die Fehlersuche, die bei Ihnen länger gedauert hat. Gern erklären wir Ihnen die Rechnung persönlich.“ |
| Ein Stern, kein Text, unbekannter Name | „Wir finden Sie in unseren Aufträgen leider nicht. Melden Sie sich gern, damit wir klären können, worum es geht.“ |
Nennen Sie in Antworten keine Details zum Auftrag, die die Person nicht selbst öffentlich gemacht hat, keine Adressen und keine Preise aus dem Angebot. Bewertungen, die gegen die Richtlinien verstoßen (keine echte Kundenbeziehung, Beleidigungen, unwahre Tatsachenbehauptungen), melden Sie direkt bei Google. Mehr zum Profil steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil für Handwerker.

Referenzen und Bewertungen als Routine
- Vorher-Foto an jedem ersten Arbeitstag
- Einwilligung für Fotos im Angebot oder Abnahmeprotokoll
- Drei bis fünf Fotos pro Projekt auswählen und beschriften
- QR-Code für Bewertungen auf Rechnung und Arbeitsbericht
- Einmal im Monat neue Projekte auf Website und Google-Profil
- Jede Bewertung innerhalb einer Woche beantworten
Ihre Referenzen ins rechte Licht rücken
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Quellen
- Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) – EUR-Lex
- Kunsturhebergesetz (KUG), § 22 Recht am eigenen Bild
- Urheberrechtsgesetz (UrhG, Österreich), § 78 Bildnisschutz – RIS
- UWG (Deutschland), § 5b Abs. 3 Verbraucherbewertungen
- Google Maps: Richtlinie zu gefälschten Interaktionen
- Google: Tipps für mehr Rezensionen



