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Online & Recht

Was auf eine Handwerker-Website gehört: die Checkliste für Ihren Betrieb

Wer einen Elektriker, Installateur oder Maler sucht, entscheidet meist am Handy und in weniger als einer Minute. Dieser Ratgeber zeigt, welche Inhalte eine Handwerker-Website in Österreich und Deutschland wirklich braucht, welche Sie weglassen können und wie aus Besucher:innen Anfragen werden, die zu Ihrem Betrieb passen.

9 Min. LesezeitStand: November 2026

Für:Alle Gewerke
Hände tippen auf einem Laptop, der auf einer Werkbank zwischen Werkzeugen steht

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf den ersten Blick muss klar sein: welches Gewerk, welche Region, wie erreiche ich Sie. Telefonnummer und Anfrage-Button gehören ganz nach oben.
  • Beschreiben Sie jede Hauptleistung auf einer eigenen Seite, mit Ablauf, typischer Dauer und Fotos aus eigenen Projekten.
  • Ein Anfrageformular mit Foto-Upload spart Ihnen Rückfragen und unnötige Besichtigungstermine.
  • Team, Meisterbrief, Bewertungen und echte Referenzen schaffen Vertrauen, das kein Werbetext ersetzt.
  • Impressum, Datenschutzerklärung und korrekte Preisangaben sind Pflicht, in Österreich und Deutschland mit unterschiedlichen Gesetzen.
  • Die meisten Kund:innen suchen und entscheiden am Handy: Prüfen Sie jede Seite zuerst am Smartphone.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung. Vorschriften ändern sich: Prüfen Sie Details bei Ihrer Wirtschafts- oder Handwerkskammer, Ihrer Innung oder Ihrer Steuerberatung.

Der erste Bildschirm entscheidet

Stellen Sie sich eine Kundin vor, die an einem Samstag um 19 Uhr feststellt, dass im Bad das Wasser unter der Duschtasse hervorkommt. Sie tippt „Installateur Notdienst“ und den Ortsnamen in ihr Handy und öffnet drei Websites. Sie bleibt dort, wo sie sofort sieht: Das ist ein Installateur, er arbeitet in meiner Gegend, ich kann ihn jetzt anrufen. Alles andere liest sie erst später, wenn überhaupt.

Für den oberen Teil Ihrer Startseite heißt das: eine klare Überschrift mit Gewerk und Region (zum Beispiel „Elektrotechnik für Linz und Umgebung“ statt „Willkommen auf unserer Homepage“), ein echtes Foto von Ihnen oder Ihrem Team bei der Arbeit, eine anklickbare Telefonnummer und ein gut sichtbarer Button zur Anfrage. Wenn Sie einen Notdienst anbieten, gehört er genau hierher.

Leistungen: konkret und pro Gewerk

„Wir erledigen alle Arbeiten rund ums Haus“ hilft niemandem. Kund:innen suchen nach einer bestimmten Aufgabe: Wallbox montieren, Gastherme tauschen, Dachfenster einbauen, Fassade streichen. Je genauer Ihre Leistungsseiten diese Aufgaben benennen, desto eher findet Google Sie für genau diese Suche und desto eher passt die Anfrage zu Ihrem Betrieb.

Beispiele für eigene Leistungsseiten nach Gewerk
GewerkTypische LeistungsseitenWas Kund:innen dort wissen wollen
ElektroPhotovoltaik und Speicher, Wallbox, Altbausanierung, Smart Home, Überprüfung von AnlagenFörderungen, Ablauf mit dem Netzbetreiber, Dauer, Schmutz
Installateur / SHKBadsanierung, Wärmepumpe, Heizungstausch, Rohrbruch und NotdienstGesamtdauer ohne Bad, Förderungen, Wartungsvertrag
KfzService und Inspektion, Pickerl (AT) bzw. HU-Vorbereitung (DE), Reifen, KlimaserviceTermin, Ersatzwagen, Preis pro Service, Marken
Bau und DachZubau, Sanierung, Kellerabdichtung, Dachneueindeckung, SpenglerarbeitenAblauf, Behörden, Bauzeit, Gerüst
Maler, Fliesen, BodenInnenanstrich, Fassade, Badfliesen, Parkett schleifenVorbereitung durch Kund:innen, Trocknungszeit, Möbel
Tischler / SchreinerKüchen, Einbauschränke, Treppen, Fenster und TürenPlanung, Material, Lieferzeit, Montage

Eine gute Leistungsseite beantwortet die immer gleichen Fragen aus Ihren Telefonaten: Wie läuft das ab? Wie lange dauert es? Was muss ich vorbereiten? Womit muss ich preislich rechnen? Zeigen Sie dazu zwei oder drei Fotos aus eigenen Projekten. Eine lange Liste mit 40 Stichworten ist schlechter als sechs Leistungen, die wirklich erklärt sind.

Einsatzgebiet: wo Sie hinfahren

Viele Betriebe schreiben „Wir sind in der ganzen Region tätig“ und wundern sich über Anfragen aus 80 Kilometern Entfernung. Nennen Sie stattdessen die Orte und Bezirke, die Sie regelmäßig anfahren, und sagen Sie, ob außerhalb eine Anfahrtspauschale anfällt. Eine einfache Karte oder Liste reicht. Das hilft auch Google: Die Ortsnamen auf Ihrer Website stützen Ihre Sichtbarkeit in genau diesen Orten. Wie Sie das ohne Spam-Seiten machen, steht im Ratgeber Lokales SEO für Handwerker.

Referenzen mit echten Fotos

Nichts überzeugt so sehr wie fertige Arbeit. Statt einer Galerie mit 200 ungeordneten Bildern wirken fünf bis zehn gut beschriebene Projekte stärker: ein Titel („Badsanierung in einem Reihenhaus aus den 70ern“), die Aufgabe, Ihre Lösung, die Dauer und zwei bis vier Fotos, am besten vorher und nachher. Den Ort nennen Sie grob (Stadtteil oder Gemeinde), nie mit Hausnummer.

Zeigen Sie Häuser, Wohnungen oder Personen Ihrer Kund:innen, brauchen Sie deren Einwilligung. Wie Sie gute Projektfotos mit dem Handy machen und die Zustimmung sauber einholen, erklärt der Ratgeber Referenzen und Bewertungen.

Mann im karierten Hemd sieht sich auf einem Tablet eine Website an
Viele Kund:innen schauen sich Referenzen in Ruhe am Tablet oder Handy an, bevor sie anrufen.

Notdienst und Erreichbarkeit

Schreiben Sie ehrlich, wann Sie erreichbar sind. Wer „24/7 Notdienst“ verspricht und am Sonntag nicht abhebt, sammelt schlechte Bewertungen. Besser ist eine klare Aussage: „Notdienst bei Rohrbruch und Heizungsausfall: täglich 7 bis 22 Uhr“ oder „Werkstatt Mo bis Fr 7:30 bis 17 Uhr, Abschleppdienst rund um die Uhr“.

  • Telefonnummer als anklickbarer Link (auf dem Handy ein Tipp genügt), am besten im Kopfbereich jeder Seite.
  • Erreichbarkeit realistisch: Wann gehen Sie selbst ran, wann das Büro, wann die Mailbox?
  • Notdienstzuschläge transparent nennen. Preisangaben müssen in beiden Ländern korrekt und vollständig sein, mehr dazu im Ratgeber zu Werbung und Preisangaben (Österreich | Deutschland).
  • Betriebsurlaub und Feiertage rechtzeitig auf der Website und im Google-Profil eintragen.
  • Rückruf-Option, wenn Sie auf der Baustelle nicht telefonieren können: „Wir rufen Sie am selben Werktag zurück.“

Anfrageformular mit Foto-Upload

Ein Foto vom Sicherungskasten, vom tropfenden Siphon oder von der Fassade sagt Ihnen oft mehr als ein zehnminütiges Telefonat. Ein gutes Anfrageformular fragt deshalb nur das Nötigste ab und bittet um Fotos: Name, Telefon oder E-Mail, Ort oder Postleitzahl, Art der Arbeit (als Auswahl), gewünschter Zeitraum, eine kurze Beschreibung und ein bis fünf Bilder. Mehr Pflichtfelder senken die Zahl der Anfragen spürbar.

Mit der Postleitzahl sehen Sie sofort, ob die Anfrage in Ihrem Einsatzgebiet liegt. Mit der Auswahl der Arbeit landet sie beim richtigen Mitarbeiter. Weitere Ideen, wie Sie mehr passende und weniger Preisvergleichs-Anfragen bekommen, finden Sie im Ratgeber Mehr passende Anfragen.

Team, Meisterbrief und Qualifikation

Kund:innen lassen jemanden in ihre Wohnung oder an ihr Auto. Sie wollen wissen, wer kommt. Eine Teamseite mit Fotos, Vornamen und Funktion (Meister, Geselle, Lehrling, Büro) baut Vertrauen auf, bevor Sie überhaupt telefoniert haben. Ein Satz zur Geschichte des Betriebs („seit 1987 in zweiter Generation“) wirkt mehr als ein langes Leitbild.

Qualifikationen dürfen Sie zeigen, aber nur, was Sie belegen können: Meisterprüfung, Befähigungsnachweis, Eintragung in der Handwerksrolle, Herstellerschulungen, Mitgliedschaft in der Innung. Der Titel „Meister“ und Begriffe wie „Meisterbetrieb“ sind an die bestandene Meisterprüfung gebunden. Was in welchem Land gilt, erklärt der Ratgeber zu Werbung (Österreich | Deutschland).

Bewertungen auf der Website

Ihre Google-Bewertungen sind für viele Kund:innen der wichtigste Grund, Sie anzurufen. Binden Sie die Sterne und einige aktuelle Rezensionen auf der Startseite ein, mit Link zum Profil. Wichtig: Wenn Sie Kundenbewertungen auf der eigenen Website zeigen, müssen Sie angeben, ob und wie Sie prüfen, dass sie von echten Kund:innen stammen (in Deutschland ausdrücklich in § 5b Abs. 3 UWG, in Österreich gilt dieselbe EU-Vorgabe). Wie Sie regelmäßig zu neuen Bewertungen kommen, steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil.

Karriereseite: der unterschätzte Bereich

In vielen Betrieben ist nicht der fehlende Auftrag das Problem, sondern die fehlende Fachkraft. Eine eigene Seite „Jobs“ oder „Karriere“ mit offenen Stellen, Lehrstellen, Lohnangaben und Fotos vom Team kostet wenig und arbeitet rund um die Uhr. Was Bewerber:innen dort lesen wollen, erklärt der Ratgeber Fachkräfte und Lehrlinge über die Website finden.

Pflichtangaben: Impressum, Datenschutz, Preise

Jede geschäftliche Website braucht ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung. In Österreich ergeben sich die Angaben vor allem aus § 5 ECG, dem Mediengesetz und dem UGB, in Deutschland aus § 5 DDG und gegebenenfalls dem Medienstaatsvertrag. Für Handwerksbetriebe kommen gewerberechtliche Angaben dazu, etwa die zuständige Kammer und die Aufsichtsbehörde. Alle Details finden Sie in den Ratgebern zu den Pflichtangaben für Österreich und Deutschland. Mit dem Impressum-Generator erstellen Sie den Text in wenigen Minuten.

Laden Sie externe Inhalte wie Google Maps, YouTube-Videos oder Social-Media-Feeds erst, wenn Besucher:innen zustimmen, oder verzichten Sie darauf. Eine Website ohne Tracking und ohne externe Einbindungen braucht in der Regel auch keinen Cookie-Banner.

Mobile Ansicht: der Daumen-Test

Testen Sie Ihre Website so, wie Ihre Kund:innen sie benutzen: am Handy, mit einer Hand, unterwegs mit schwachem Netz. Lässt sich die Telefonnummer mit dem Daumen antippen? Ist der Text ohne Zoomen lesbar? Lädt die Startseite in zwei bis drei Sekunden, oder bremsen riesige Fotos direkt aus der Kamera? Funktioniert der Foto-Upload im Formular mit der Handykamera?

So machen Sie es richtig

  • Gewerk und Region in der ersten Überschrift nennen
  • Eigene Fotos von Baustellen, Werkstatt und Team zeigen
  • Pro Hauptleistung eine Seite mit Ablauf und Preisrahmen
  • Erreichbarkeit und Notdienst ehrlich angeben
  • Formular mit Postleitzahl und Foto-Upload anbieten

Lieber nicht

  • Leere Floskeln wie „Qualität zu fairen Preisen“
  • Stockfotos mit lächelnden Models im Blaumann
  • Ein PDF-Prospekt statt echter Unterseiten
  • „24/7“ versprechen, wenn niemand abhebt
  • Formulare mit 15 Pflichtfeldern

Die Checkliste zum Abhaken

Inhalte einer Handwerker-Website

  • Startseite: Gewerk, Region, Telefonnummer und Anfrage-Button sofort sichtbar
  • Eigene Seite für jede Hauptleistung, mit Ablauf, Dauer und Fotos
  • Einsatzgebiet mit Orten oder Bezirken, Anfahrtspauschale geklärt
  • Fünf bis zehn Referenzprojekte mit Vorher-nachher-Fotos und Einwilligung
  • Notdienst und Erreichbarkeit realistisch angegeben
  • Anfrageformular mit Postleitzahl, Auswahl der Arbeit und Foto-Upload
  • Teamseite mit Fotos, Funktionen und belegbaren Qualifikationen
  • Google-Bewertungen eingebunden, Hinweis zur Prüfung der Bewertungen
  • Karriereseite mit offenen Stellen und Lehrstellen
  • Impressum, Datenschutzerklärung und korrekte Preisangaben
  • Externe Inhalte nur nach Zustimmung, kein unnötiges Tracking
  • Jede Seite am Handy getestet: Lesbarkeit, Ladezeit, Telefonlink
Unterputzdose mit Steckdoseneinsatz in einer frisch verputzten Wand
Fotos aus dem Arbeitsalltag zeigen mehr über Ihren Betrieb als jeder Slogan.

Sie wollen sehen, wie das für Ihr Gewerk aussehen kann? In den Beispielseiten finden Sie fertige Websites für Elektro, Installateur, Kfz, Bau, Dach und Ausbaugewerke. Was eine solche Website kostet, rechnet der Ratgeber Was kostet eine Handwerker-Website? durch.

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Quellen

Kurz beantwortet

Fragen zu diesem Thema

Wie viele Seiten braucht eine Handwerker-Website?

Für einen kleinen Betrieb reichen meist acht bis fünfzehn Seiten: Startseite, je eine Seite pro Hauptleistung, Referenzen, Team, Karriere, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz. Wichtiger als die Zahl ist, dass jede Seite eine konkrete Frage Ihrer Kund:innen beantwortet.

Muss ich Preise auf meiner Website angeben?

Eine Pflicht, alle Leistungen mit Preisen aufzulisten, gibt es nicht. Wenn Sie aber Preise nennen, etwa für einen Service, eine Anfahrt oder einen Notdienstzuschlag, müssen sie den Preisangabe-Regeln entsprechen. Ein ehrlicher Preisrahmen („Badsanierung ab rund …“) hilft außerdem, unpassende Anfragen zu vermeiden.

Darf ich Fotos von Kundenbaustellen veröffentlichen?

Ja, wenn die Kund:innen zustimmen. Sind Personen, Hausnummern, Kfz-Kennzeichen oder private Gegenstände erkennbar, brauchen Sie in jedem Fall eine Einwilligung. Am einfachsten holen Sie sie schriftlich bei der Auftragsbestätigung oder der Abnahme ein.

Brauche ich als Handwerksbetrieb eine eigene Website, wenn ich ein Google-Profil habe?

Das Google-Profil ist wichtig, aber es gehört Google und bietet nur wenig Platz. Auf der eigenen Website erklären Sie Leistungen, zeigen Referenzen, suchen Mitarbeiter:innen und nehmen Anfragen mit Fotos entgegen. Beides zusammen wirkt am besten: Das Profil verlinkt auf die Website.

Was gehört ins Impressum eines Handwerksbetriebs?

Unter anderem Name oder Firma, Anschrift, Kontaktdaten, Rechtsform, gegebenenfalls Firmenbuch- oder Handelsregisternummer, UID- bzw. USt-IdNr., die zuständige Kammer und berufsrechtliche Angaben. Die genaue Liste unterscheidet sich zwischen Österreich und Deutschland, siehe die verlinkten Ratgeber zu den Pflichtangaben.

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